Ein Außenbordmotor ist eine Schallquelle mit einer ganz eigenen Herausforderung: Die Motorhaube ist oft eng um den Motor gebaut, wodurch wenig Platz für Dämmmaterial bleibt, und die Temperaturen unter der Haube können deutlich ansteigen. Dennoch lässt sich, je nachdem wie Ihr Außenbordmotor montiert ist, oft noch etwas erreichen.
Zwei Situationen: Motor in einem Motorbrunnen oder direkt am Spiegel
Die Möglichkeiten, einen Außenbordmotor zu dämmen, hängen stark von der Aufstellung ab. Hängt der Motor in einem separaten Motorraum, einem sogenannten Motorbrunnen, der mit einer Luke abgedeckt wird? Dann haben Sie es im Grunde mit einer kleinen Maschinenkammer zu tun, und es gelten ähnliche Prinzipien wie bei der Dämmung von Motorengeräuschen an anderer Stelle im Schiff: Die Wände des Motorbrunnens mit einem schallabsorbierenden Material zu verkleiden, macht bereits einen spürbaren Unterschied, besonders wenn die Luke gut schließt. Hängt der Motor direkt am Heckspiegel, nur mit der Standard-Motorhaube umgeben? Dann ist der Raum deutlich begrenzter und ist vorsichtige Maßarbeit nötig.
Außenbordmotor im Motorbrunnen dämmen
Verkleiden Sie die Wände des Motorbrunnens mit einer schallabsorbierenden Platte, die eine schützende Deckschicht besitzt, damit Öl, Feuchtigkeit und Schmutz nicht in das Material eindringen können. Vermeiden Sie herkömmlichen Noppenschaum ohne Schutzschicht: Diese Art Schaum ist in einer feuchten, öligen Umgebung wie einem Motorbrunnen nicht langlebig und verliert schnell seine Wirkung. Eine dichte, glatte Absorptionsplatte schneidet hier merklich besser und langlebiger ab.
Die Motorhaube des Außenbordmotors dämmen
Möchten Sie die Motorhaube selbst dämmen, gehen Sie wie folgt vor:
- Messen Sie zunächst den Abstand zwischen Motor und Innenseite der Haube, damit Sie wissen, wie dick das Dämmmaterial maximal sein darf.
- Bestimmen Sie die maximale Temperatur, die unter der Haube entstehen kann; dies bestimmt, welches Material geeignet ist.
- Reinigen und entfetten Sie die Innenseite der Haube gründlich. Da die Temperaturen deutlich ansteigen können, ist eine absolut saubere und fettfreie Oberfläche für eine gute Haftung entscheidend.
- Bringen Sie das Dämmmaterial nahtlos an, damit keine Spalten übrig bleiben, durch die Schall entweichen kann.
- Lassen Sie das Dämmmaterial niemals den Motor selbst berühren, um Überhitzung und Brandgefahr zu vermeiden.
- Achten Sie darauf, dass die Luftzufuhr und ein eventueller Leerlaufauspuff frei bleiben, damit der Motor ausreichend gekühlt wird und keine eigenen Abgase zurückgesaugt werden.
Material je nach Temperatur wählen
Die richtige Dämmung für einen Außenbordmotor hängt stark von der Temperatur ab, die an der jeweiligen Stelle erreicht wird:
- Bis etwa 80-90°C: Eine schallabsorbierende Platte mit schützender PU-Deckschicht eignet sich hier gut und lässt sich relativ einfach verarbeiten.
- Bis etwa 250°C, näher am Motor: Hierfür ist eine dünnere, hitzebeständige Matte nötig, die sowohl akustisch als auch thermisch dämmt. Die selbstklebende Rückseite dieser Materialart ist in der Regel bis etwa 80°C beständig, achten Sie also darauf, wo Sie die Klebeseite platzieren.
Vorteile der Dämmung eines Außenbordmotors
- Spürbar weniger Motorengeräusche beim Fahren, mit oder ohne Motorbrunnen.
- Verhindert vorzeitigen Verschleiß des Dämmmaterials durch Öl, Feuchtigkeit und Schmutz.
- Anpassbar an den verfügbaren Raum und die Temperatur Ihres Motors.
- Relativ einfach selbst durchzuführen mit der richtigen Vorbereitung.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich jeden Außenbordmotor dämmen?
Die Möglichkeiten hängen von der Aufstellung ab. Sitzt der Motor in einem Motorbrunnen mit Luke, gibt es oft mehr Raum für Dämmung, als wenn der Motor direkt am Spiegel mit nur der Standard-Motorhaube hängt.
Welches Material sollte ich für einen Außenbordmotor verwenden?
Das hängt von der Temperatur ab: Bis etwa 80-90°C genügt eine Absorptionsplatte mit PU-Deckschicht, näher am Motor (bis etwa 250°C) ist eine dünnere, hitzebeständige Matte nötig.
Darf Dämmmaterial den Motor berühren?
Nein, lassen Sie das Dämmmaterial niemals direkt mit dem Motor selbst in Kontakt kommen, um Überhitzung und Brandgefahr zu vermeiden.
Warum wird Noppenschaum in einem Motorbrunnen nicht empfohlen?
Herkömmlicher Noppenschaum ohne schützende Deckschicht nimmt Öl, Feuchtigkeit und Schmutz auf, wodurch er schnell verschleißt und seine dämmende Wirkung verliert. Eine Absorptionsplatte mit Schutzschicht hält deutlich länger.
Worauf sollte ich bei der Luftzufuhr achten?
Achten Sie darauf, dass Belüftung und ein eventueller Leerlaufauspuff nach der Dämmung frei bleiben, damit der Motor ausreichend gekühlt wird und keine eigenen Abgase zurücksaugt.